Fjordrally

Fjordrally
Fjordrally in Norwegen

Dienstag, 5. Januar 2016

4.1. Pleiten, Pech und Pannen

Wir wollten nur den Reifen wechseln, was eine Aktion ! Schnell den alten runter, den neuen drauf, mein Moped umgebaut zum Radtransporter und los zur Tanke (3 km) aufpumpen.


 
Das böse erwachen kommt am Luftschlauch, die Maschine funktioniert nicht und ich bin Ratlos.
Einen der Eingeborenen gefragt und siehe da sie funktioniert immer noch nicht. Ich hatte das Rad schon wieder ans Motorrad geschnallt und wollte zur nächsten Tanke, da kommt einer mit einem Schubkarrenrad, hängt es dran und es geht, er sieht meinen fragenden Blick und erklärt mir wie die Maschine arbeitet. Luft drauf, der Reifen springt richtig in die Felge und bevor ich das Rad wieder am Motorrad fest habe ist die Luft schon wieder raus. Wieder zum Campingplatz, den Reifen wieder runter und alles beginnt von vorn. Das Spiel spielen wir noch zwei mal bis wir endlich den Schlauch schadlos in dem Reifen haben und die Luft hält. Das übt ungemein und wir sind völlig genervt. Zu Fuß geht es in die Stadt, wir haben Hunger und essen einen schönen Burger mit einem richtigem Stück Rindfleisch drin und nicht mit dem gepressten Mist a la McDonalds.
Zurück am Campingplatz sehen wir das die Besitzer einen Grillabend vorbereiten und das gute Stück schon über dem Feuer hängt, heute ist das Abendessen gesichert (Das Schweigen der Lämmer oder das Opferlamm) lassen wir uns natürlich nicht entgehen.


Montag, 4. Januar 2016

03.01.16 Wir tanzen Tango


Die Nacht war fürchterlich, in so einem Loch haben wir noch nie übernachtet, leider gab es keine Alternative weder Camping noch was anderes. Kein Fenster im Zimmer, eng und muffig. Morgens schnell raus aus dem Muff und auf die Straße, die Straßenkarte verspricht eine Asphaltierte Strecke.
15 Km Asphalt und dann eine Baustelle, ganz frisch geschottert mit riesen Klunkern, wir versuchen uns in alt bekannter Manier, sprich ordentlich Gas und Druck auf dem Vorderrad. Die Mopeds fangen an zu Schlingern und zu Tanzen (Tango halt), wir können sie kaum in der Spur halten, so fängt der Tag ja gut an. Nach 25 km ist zum Glück der Spuk vorbei und wir haben wieder festen Untergrund unter den Rädern. Das nächste Problem ist die nächste Tankstelle und Bargeld, da man hier selten mit Karte zahlen kann (only cash), die Tanke ist nach 250 km gefunden aber keine Banco Automatico die uns Geld ausspuckt, wir kratzen alles zusammen was wir noch an Arg. Pesos haben, inkl. unserer Haushaltskasse um an ein paar Liter Sprit zu kommen. Wir stehen in einer langen Schlange vor der Tanke, das kannten wir bisher auch noch nicht, ca 40 Autos vor uns sind wir in der Hoffnung das der Tanke nicht gleich der Sprit ausgeht.
Geschafft, mit ein paar Litern geht’s weiter in den nächsten Ort, 90 km, wieder eine Bank suchen, wieder kein Geld bekommen und fast keinen Sprit mehr, übrigens hätte uns Geld jetzt auch nicht geholfen, da die Tanke keinen Sprit mehr hat und auf einen Tankwagen wartet. Die eiserne Reserve aus den Kanistern eingefüllt schaffen wir es bis Esquel, ein Touristischer Ort, hier gibt es eine Bank International, wir bekommen Geld und Benzin. Am Rande des Orts finden wir noch einen schönen Campingplatz mit einer genialen Aussicht auf die Anden, wir bleiben hier !


Wir müssen unbedingt den Reifen von Hannes wechseln, da geht nix mehr also bleiben wir wahrscheinlich 2 Nächte hier, auch um unsere geschundenen Knochen etwas auszuruhen.

Einige Eindrücke von heute.
Wasserkocher !


Hier hat schon Che Guevara Kaffee getrunken


Mehr gab die Kasse nicht her.


Wachhund oder Schlafhund ?

Samstag, 2. Januar 2016

02.01. Wir wechseln auf die Ruta 40

Der Wind gibt uns heute fast den Rest, ich komme mir vor wie vor 40 Jahren als ich mit der Mofa versucht habe 45 km/h zu erreichen, ich liege fast auf dem Motorrad und versuche bei Hannes im Windschatten zu bleiben, mehr als 80-85 km/h sind nicht drin. Der Wechsel auf die 40 bringt nur eine kleine Entlastung, jetzt haben wir Seitenwinde und permanente Schräglage.


Wir schaffen es heute bis Rio Mayo in ein kleines Hostel, wieder mal Wartung angesagt, aus meinem Luftfilter klopfe ich so viel Staub wie bei uns Zuhause aus dem Staubsaugerbeutel. Morgen geht es weiter auf der Ruta 40.


1.1. Dieser scheiß Wind


Heute morgen wieder recht früh los, wir brauchen Sprit und was zum Frühstück. Nach 30 Kilometern endlich eine geöffnete Tankstelle gefunden in der wir uns noch ein Sandwich gönnen.
Weiter auf der Ruta 3, zum Glück hat der Wind heute erbarmen mit uns und wir schaffen über 600 km. Wir haben unseren Plan geändert und wollen wieder auf die Ruta 40 wechseln und bei San Carlos de Bariloche wieder nach Chile einreisen. Jetzt sitzen wir in einem winzigen Hotel an der Ruta 43, haben lecker gegessen und werden uns bald in die Federn hauen.

31.12. Silvester zwischen Pumas und Füchsen


Morgens noch schnell von unseren Gastgebern verabschiedet und los geht’s Richtung Argentinische Grenze, da wir den Ablauf ja bereits kennen laufen wir nicht mehr Planlos durch den Kontrollpunkt.

Wir brauchen 4 Stempel und ein Formular, das schaffen wir heute in 30 min und schon sind wir drin. Rauf auf der Ruta 3 in Richtung Monte Leon Nationalpark, dort wollen wir Silvester verbringen. Unser ständiger Begleiter, der Patagonische Wind, macht uns heute das Leben besonders schwer, auf gerader Strecke sind wir froh überhaupt auf 80 km/h zu kommen und dann noch diese blöden Guanakos die ständig neben der Straße lauern und uns häufig vor die Motorräder laufen.

 
 Endlich am späten Nachmittag am Park angekommen müssen wir noch 20km Erdpiste bis zum Campground fahren der direkt am Atlantik liegt. Schnell die Zelte aufgebaut und gegessen dann machen wir einen Erkundungsspaziergang.



Den Abend lassen wir gemütlich Ausklingen und erleben den Jahreswechsel (hier unten 4 Std. später) bereits in unseren Schlafsäcken.

Wir wünschen ein frohes neues Jahr !!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

30.12. Tribut gezollt

Los geht’s Richtung Pinguinkolonie, die ersten Kilometer sind noch Asphaltiert und dann beginnt die Rumpelpiste, für uns ja nix neues und mit richtig Speed geht es über die Wellblechpiste. Scheisse wird haben uns für den falschen Abzweig entschieden und fahren 25 km in die falsche Richtung, ein noch schlimmerer Piste. Bis wir die Kolonie gefunden haben sind wir bereits 160 km unterwegs im Niemandsland. Die Kolonie ist beeindruckend, der Ranger sehr nett und freundlich und erklärt uns, das es die einzigen Königspinguine auf den Festland überhaupt sind, außer in der Antarktis. Wir verbringen ca. 1,5 Std. dort, nun müssen wir uns Beeilen, wir wollen doch heute noch nach Argentinien.




Mit noch mehr Tempo geht es die Rumpel-, Schotterpiste zurück, überholen ein Rudel BMW-Fahrer und lassen sie im Staub stehen. An unserem Ausgangspunkt und der einzigen Tankstelle stellen wir fest, das sich bei Hannes der Gepäckträger verabschiedet hat, wir brauchen einen Schweißer, der Tankwart ruft einen Kollegen an und der kommt gleich mit einem Abschleppwagen. Wir folgen dem Abschlepper bis in seine Werkstatt :-) und Hannes bekommt der Träger geschweißt. Bei mit stelle ich fest das mein Nummernschild fast durchgebrochen ist und frage den Mechanico nach einem Blech oder Ähnlichem, er kommt zurück mit einer alten Bratpfanne, die er erst mit einem Hammer und dann mit einer Flex bearbeitet.


So verlieren wir weitere 1,5 Std. und wollen nur noch bis wir einen Campingplatz finden fahren. Argentinien haben wir heute nicht geschafft, wir kommen in einem Hostel in Punto Delgada kurz vor der argentinischen Grenze an. Das ältere Ehepaar ist sehr nett, die Mutti kocht für uns und der Herr des Hauses besorgt Bier. Wir dürfen in der guten Stube essen und man hat sogar Internet, hätte ich hier in der Wildnis nicht erwartet. Wieder mal alles Richtig gemacht !


Viele liebe Grüße nach Zuhause, wir planen Sylvester in einem Naturpark mit Camping, wahrscheinlich ohne Internet, wir wünschen einen guten Rutsch !!!


29.12. Mit Wehmut schauen wir zurück nach Feuerland

Nach dem Frühstück in unserem Hostel wir das Geraffel aufgeschnallt und wir verlassen Ushuaia
mit einem weinendem und einem lachendem Auge, das weinende sieht die wunderschöne Landschaft im Tierra del Fuego National Park, ich könnte hier noch Tage verbringen, das lachende
Auge sieht jetzt die Rückreise in Richtung Argentinen und der Heimat.





Wir sind schon fast an der Grenze zu Argentinien wo wir Übernachtet haben und erfahren dort von anderen Reisenden das es in der Nähe, ca. 100 km in die entgegengesetzte Richtung ein Kolonie mit Königspinguinen gibt.
Noch am Abend ändern wir unseren Plan, die Pinguine müssen wir unbedingt sehen.